Ökumenischer Seniorenausflug – ein unvergessliches Erlebnis

Jeweils im September veranstalten wir für die evangelischen Seniorinnen und Senioren sowie ihre Lebenspartner einen Ganz- oder Halbtagsausflug in die nähere oder weitere Umgebung.
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Rückblick

Seniorenausflug der Evangelischen Kirchgemeinde Tägerwilen-Gottlieben

Am Donnerstag, 24. September, kurz nach dem Herbstanfang; trafen sich 34 Personen pünktlich, bereits vor 09.00 Uhr, vor dem Gemeindehaus Tägerwilen. Alle Teilnehmer waren coronagesichert mit Masken ausgestattet. Leider musste sich Pfarrer Philipp Widler krankheitshalber entschuldigen – wir wünschen gute Besserung!

So glitt der Apfelcar mit unserem Chauffeur Walter Madörin, unter der Leitung von Susanne Nägeli, kurz danach durch Mostindien Richtung Appenzellerland. Zum Teil führte die Fahrt über Nebenstrassen, wir bewunderten die prall behangenen Obstbäume und erreichten über St. Gallen kurz vor 11.00 Uhr Gais. Die beeindruckende Dorfanlage, umsäumt durch die traditionellen Holzhäuser mit ihren geschweiften Giebeln und einigen repräsentativen Steinbauten, wurde hauptsächlich nach dem Dorfbrand von 1870 erbaut. Am südlichen Ende befindet sich die reformierte Kirche, welche im Innern Rokoko-Stukkaturen aufweist. Dieser Innenraum wird zurzeit renoviert. Unser Ziel war jedoch das Restaurant Krone am selbigen Dorfplatz. Nach der kurzweiligen Fahrt meldete sich der Durst! Vor dem Mittagessen bescherte uns Joannes Fuchs aus Meistersrüte einen witzig-humorvollen Vortrag zum Hackbrett im typischen Appenzeller Dialekt. «Füchsli» - so wird er genannt - ist Hackbrettbauer und Hackbrettspieler. Zwischen den einzelnen Vortragssequenzen spielte er uns auch auf seinem Hackbrett Walzer, Polka und Schottisch vor. Er beeindruckte uns mit seiner virtuosen Instrumentalität und manch einem kroch vor Ergriffenheit etwas «Hühnerhaut» über die Arme!

Das Hackbrett stammt vermutlich aus Persien. Über den Landweg wurde es von Fahrenden nach Europa gebracht. Eine der ältesten Abbildung stammt von ca. 1100 nach Christus aus Byzanz. In der Schweiz ist es seit dem 15./16. Jahrhundert bekannt und war dazumal überall verbreitet. Aus diversen, vor allem politischen Gründen, verschwand es jedoch wieder und überlebte einzig im Appenzellerland. Dort ist es seit 1567 nachgewiesen. Ursprünglich war es ein Begleitinstrument der Appenzeller Streichmusik. Ein Hackbrett verfügt über 125 gespannte Saiten aus Bronze, die Spannung beträgt knapp 1 Tonne. Für ein gutes Klangvolumen wird Ahorn- und Fichtenholz aus dem Berggebiet benötigt; dieses muss 6-8 Jahre gelagert werden. «Füchsli» selbst produziert jeweils 50 – 60 Stück in Serie. Er verkauft davon jeweils 10 Stück pro Jahr. Die Ruten – so heissen die Spielinstrumente – haben an ihren Enden je eine Holz- und eine Lederseite. Sie sind drehbar und erzeugen je nach Anwendung sonderbare Hallgeräusche oder Tremoli. Das Hackbrett ist in der ganzen Welt zu Hause: Von China über Japan, Indien und Thailand bis in die Ukraine, nach Moldawien, Belarus und Ungarn. In Griechenland nennt man es Santouri und in England, Irland, Kanada ist als Cymbal bekannt. Im Burgenland und im Oberammergau ist es ebenso zu Hause wie in Mexiko oder der Türkei, wo es gezupft und nicht geschlagen wird.

So viel Information und Musik macht hungrig und nochmals durstig! Das Menu, Eisbergsalat, Siedwurst, Chäshörnli mit Apfelmus und als Dessert gebrannte Creme, mundete sichtlich allen. nach einer notwendigen Verdauungspause verliessen wir Gais bei sonnigem Wetter. Appenzell umfuhren wir grosszügig und wandten uns über Urnäsch, Bächli und Schönengrund Degersheim zu. Die Landschaft wurde noch hügeliger, kurz grüsste noch das Kloster Magdenau. Zvierihalt - in einem verführerischen Ambiente – im Chocoland Maestrani in Flawil. Wir alle haben tüchtig eingekauft – für uns, unsere Kinder und Enkel, denn Süsses kann frau und man nie genug zu Hause haben. Die Fahrt nach Hause führte uns nochmals über Nebenstrassen durch Zuckenriet, Neukirch an der Thur, über Bürglen, Berg und Siegershausen erreichten wir nach 17.30 müde, aber glücklich und reich belohnt Tägerwilen.

Herzlichen Dank für die umsichtige Fahrt von Walter Madörin und die stimmungsvolle Planung von Susanne Nägeli – wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Den Bericht verfasste Roland Hugentobler. Eine herzlichen Dank dafür!

Kontakt

N&auml;geli Susanne <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Sandro&nbsp;Kohlert)</span>
Susanne Nägeli
Egelbachstrasse 1
8274 Tägerwilen

071 669 23 91

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Donnerstag, 23. September 2021
Seniorenausflug 2020
07.10.2020
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